Kungelei von Politik, Behörden und Wirtschaft!
Biertischstrategie statt Argumente!
Ein fehlgeleitetes Schreiben des Umweltbundesamtes, welches an die Papierfabrik der SCA in Witzenhausen gerichtet ist
– aber bei der Bürgerinitiative Gesundes Gelstertal eingegangen ist –
zeigt überdeutlich wie Politik, Behörden und Wirtschaft kungeln und sich über die Köpfe der Bürger hinwegsetzen wollen.
Ein Skandal!

Das Umweltbundesamt muss von der SCA ein Schreiben mit der Bitte um Unterstützung erhalten haben, welche man der SCA nach nur oberflächlicher Betrachtung des Vorhabens (kursorisch), ohne Kontakt mit der Bürgerinitiative aufgenommen zu haben, quasi als Freibrief mit dem fehlgeleiteten Anschreiben erteilt haben muss.

Am 17.1.2005 kam es dann auch zur Hilfe des Umweltbundesamtes in Witzenhausen. bei einer Podiumsdiskussion im Rathaussaal, zu der die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra Meißner und der Magistrat eingeladen hatten. Auf dem Podium Landrat Dieter Brosey, 1. Kreisbeigeordneter Henry Thiele, Bürgermeister Günter Engel, Stadtverordnetenvorsteher und ex MdB Joachim Tappe, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra Meißner
Siegfried Rauer und Prof. Dr. Jürgen Hahn vom Umweltbundesamt.

Nachdem nun schwarz auf weiß vorliegt, wie man beim Bundesumweltamt vorgeht kann man kann nur vermuten, dass dies nur die Spitze vom Eisberg ist und wie mündlich an anderer Stelle und bei anderen Angelegenheiten mit den Bürgerinnen und Bürger umgegangen wird und wie man über sie denkt.

Nachfolgend das fehlgeleitete Schreiben:


15.12.2004
Dr. Jürgen Hahn
(030) 8903 4 1 06
III 3 (233)

Herrn
Goetze
SCA Packaging
Postfach 1444
37207 Witzenhausen

Sehr geehrter Herr Goetze,

mit der Anlage erhalten Sie eine Stellungnahme vom Umweltbundesamt, die sie zu ihrer Konzeption beglückwünscht und die Sie verwenden dürfen.

Sollten sie weitere Unterstützung (auch vor Ort) benötigen, stehen wir für diesen guten Zweck zur Verfügung. Schon bei der kursorischen Beschäftigung mit Ihrem Projekt (Anlage) wird die Fragwürdigkeit der Auseinandersetzungen erkennbar.

Ich habe inzwischen - ein wenig massiv - mit Herrn Dehoust (Öko-Institut) ihr Projekt im Umweltbundesamt strittig diskutiert. Er ist der Auffassung, dass „wir beim Bier sicher eine verträgliche Lösung finden werden". Herr Dehoust schien verständnisvoll. Vielleicht muss man in der äußersten Not auf ein informelles Gespräch mit den „Köpfen" der Bürgerinitiativen zurückgreifen, um die „Kuh vom Eis" zu bekommen, bevor die Witzenhausener ihrem Namen gerecht werden und Sie Schwierigkeiten bei diesem ausgezeichneten Projekt bekommen. (Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient, trinke ich auch ein Bier mit den Antragsgegnern).

Dieses Anschreiben sollte natürlich nicht veröffentlicht werden.

Mit herzlichen Grüßen

(Jürgen Hahn)

24.01.2005