Das sieht nicht gut aus
Sonderzahlung für Politikersohn

Alexander Kartmann - Sohn des Hessischen Landtagspräsidenten Norbert Kartmann - kassiert angeblich zu viel Geld für eine Praktikantenstelle bei "Gutes aus Hessen". Laut den Grünen das Dreifache als andere Praktikanten: 1800 Euro.

Von vielen Seiten, z.B. vom Bund der Steuerzahler, wird von Vetternwirtschaft gesprochen.

"Gutes aus Hessen" wies die Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück. Die Gehaltshöhe begründete man mit dem akademischen Abschluss von Norbert Kartmann.

Beim Bund der Steuerzahler wurden neue Fragen gestellt:
Ist die Stelle für Alexander Kartmann neu geschaffen worden?
Gab es eine Ausschreibung für die Stelle?
Wie erfolgte das Auswahlverfahren?
Warum gibt sich ein Wissenschaftler mit abgeschlossener Berufsausbildung mit dem Gehalt eines einfachen Sekretärs (BAT VII) zufrieden, wo vergleichbare Einstellungen mindestens nach BAT IV bezahlt werden?
Wenn Herr Kartmann Mitarbeiterstatus erhalten hat, weshalb findet man ihn dann nicht wie seine Kolleginnen und Kollegen als Ansprechpartner auf den Internet-Seiten der Marketinggesellschaft?
Worin liegen die besonderen Aufgabenbereiche, die die befristete Einstellung eines Wissenschaftlers erfordern?

Die Gesellschaft wurde 1989 von der CDU-Regierung gegründet und hat zur Aufgabe, nach Absatzmöglichkeiten für Hessische Produkte zu suchen. "Gutes aus Hessen" erhält etwa 1,17 Millionen Euro an Steuergeldern. Dem Verein gehören Organisationen aus Bauernschaft, Lebensmittelhandwerk- und Industrie an.

Sollte sich der Verdacht des Bundes der Steuerzahler bestätigen kommt die CDU, wenn sie glaubwürdig bleiben will, nicht um Maßnahmen herum.
30.07.2004