Keine zusätzliche Belastung für
Witzenhausen?

Seit gestern läuft im Bürgerhaus von Witzenhausen die Anhörung zum Antrag der Papierfabrik SCA zur Errichtung eines Ersatzbrennstoffkraftwerkes. Dort sollen unter anderem Klärschlämme, Spuckstoffe, Stabilat und andere Stoffe verbrannt werden (Spuckstoffe sind Abfälle die in Papierfabriken anfallen, Stabilat ist ein Brennstoff der aus Restmüll privater Haushalte hergestellt wird).
Die Bürgerinitiative "Gesundes Gelstertal" (BI) vertritt mit zwei Sachverständigen und einem Rechtsanwalt ihre Einwände.
Es war von der Verhandlungsleitung vorgesehen mit der Behandlung der gesundheitlichen Auswirkungen zu beginnen. Dagegen sprach sich die BI vehement aus, es müsse zuerst geklärt werden was verbrannt wird und mit welchen Belastungen durch die Anlage zu rechnen ist. Erst wenn das klar sei könne man über die Auswirkungen auf die Gesundheit reden. Die BI bekam recht und der Ablauf wurde geändert.
In der dann folgenden Diskussion wurde vom Antragsteller eine Liste der Brennstoffe nachgereicht, die eigentlich schon im Antrag der SCA vorzulegen gewesen wäre. Dies erzeugte einen erheblichen Protest der BI. Man forderte die Anhörung zu beenden. Die Verhandlungsleitung folgte dieser Forderung nicht, es wäre sinnvoller weiter zu machen.
Für die Anhörung ist ein Zeitraum von drei Tagen vorgesehen. Eine Entscheidung wird es an diesen drei Tagen nicht geben.
Eins lässt sich jedoch heute schon sagen: Viele Menschen in Witzenhausen machen sich große Sorgen um die Belastungen die auf sie zukommen können. Der Einsatz der BI ist enorm. Egal zu welcher Thematik, die BI und die Bürger argumentieren und fordern fundiert. Die Behörden, die über die Genehmigung der Anlage zu entscheiden haben, bekommen eine Vielzahl guter Argumente mit auf den Weg, die eine Entscheidung nicht leicht machen werden.

02.06.2004