Gestern dagegen - heute dafür!
Warum nicht gleich so?
Am 18.8.2003 in der Witzenhäuser Allgemeinen zu lesen:

„Bahnanschluss für SCA nicht realistisch"
FDP-Kreisvorstand zu Überlegungen der Anlieferung von Trockenstabilat über die Schiene

WITZENHAUSEN. Auch der FDP-Kreisvorstand WerraMeißner sehe es gern, wenn die zukünftig anfallenden und in einem neuen Kraftwerk der Papierfabrik SCA in Witzenhausen verwerteten Trockenstabilatmengen mit der Bahn angeliefert werden könnten. Solche Vorstellungen bewegten sich aber jenseits aller realistischer Chancen, bedauert Vorstandsmitglied Rolf Feldmann (Witzenhausen). Zum einen sei ein Bahnanschluss an die noch zu errichtende Stabilatanlage in Mecklar-Meckbach im Nachbarkreis Hersfeld-Rotenburg ein „nicht zu schulternder Finanzaufwand", zum anderen sei der Bahnanschluss in Witzenhausen in Richtung Gelstertal bereits vor einigen Jahren von der DB-Netz aufgegeben worden und eine Revitalisierung der Strecke nicht in Sicht.

Deshalb seien Überlegungen mit der Schiene „reinste Augenwischerei", reagiert Feldmann auf Äußerungen von Bündnis 90/Die Grünen die einen Bahnanschluss im Gelstertal für realistisch hielten. Einem ernst zu nehmenden Antrag müsste die ÖkoPartei gleichzeitig ein Zeit- und Finanzierungskonzept beifügen, forderte er.

Als „ein viel wichtigeres Argument" führt der Liberale noch ins Feld, dass weniger als die Hälfte der über 240 000 Tonnen Stabilat, die in Witzenhausen pro Jahr verwertet werden sollen, aus Mecklar-Meckbach kommen. Entsprechend würden weitere Mengen, die aus anderen mechanisch-biologischen Stabilatanlagen in Deutschland hergebracht werden müssten. (SFF)


Heute in der Witzenhäuser Allgemeinen zu lesen:
Die FWG dazu:

Ein “Kraftwerk als Vorzeigeprojekt“ ist unrealistisch!
Der Bahnanschluss muss kommen!


Schwelgt Herr Feldmann, FDP-Stadtverordneter und -Kreisvorstandsmitglied, in Wunschträumen?
Von der SCA wurde ein Genehmigungsantrag nach Bundes-Immissionsschutzgesetz für die Modernisierung des Heizkraftwerkes der SCA gestellt und nicht für ein Kraftwerk als Vorzeigeprojekt, das tourismusverträglich ist, viele Arbeitsplätze bringt und höchsten ökologischen Ansprüchen“ gerecht wird. In dem Kraftwerk soll Ersatzbrennstoff, Spuckstoff, Trockenstabilat und Klärschlamm verbrannt werden. Wenn Her Feldmann seine einzelnen Forderungen wirklich ernst meint, müsste er vehement gegen die Verbrennung des chemischen Cocktails im engen Gelstertal sein, denn er will eine wollmilchlegende Eiersau die es nicht gibt.

Es darf nicht zum Ziel der Politik werden Arbeitsplätze um jeden Preis erhaschen zu wollen. Die Genehmigung des Heizkraftwerkes muss auch von einer Umweltverträglichkeitsprüfung abhängig gemacht werden, die Klarheit über die Zumutbarkeit der erhöhten Belastungen durch die häufige Inversionswetterlage im Werra- und Gelstertal zu erbringen hat. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen im Werra-Meißner-Kreis muss endlich durch einen Ausgleich zum Lohn- und Fördergefälle zu Thüringen erfolgen.

Unbedingt erforderlich - weil ein weiterer Anstieg des Schwerverkehrs für die Bundesstraßenanwohner unzumutbar ist - und daher von der FWG-Kreistagsfraktion bereits in der Kreistagssitzung am 14.7.2003 zur Bedingung gemacht, ist der SCA-Gleisanschluss. Damals wurde der FWG-Antrag auch von der FDP abgelehnt. Wir begrüßen den Sinneswandel und hoffen, dass dieser auch bei SPD, CDU und den Grünen erfolgt.
29.3.2004