Zwei Professoren sollen helfen!
An die Wurzel des Übels dürfen sie aber nicht!

Bei der weiteren Planung der A44 zwischen Bischhausen und Herleshausen soll die Öffentlichkeit durch den Einsatz von zwei Moderatoren stärker eingebunden werden. 40.000 Euro lässt man sich die Maßnahme kosten. Wolfhard Austen hat an die zwei Professoren einen offenen Brief geschrieben:

An das
A44-Moderatorenteam des ASV Eschwege
Herrn Prof. Dr. Harst und Herrn Prof. Dr. Scharpf
per Telefax: 05651/929-511


Offener Brief

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Harst, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Scharpf,

um die Entlastung der Bundesstraßenanwohner vom unzumutbaren Durchgangsverkehr und die Erschließung unserer Region durch den Bau des “A44-Lückenschlusses“ als Autobahn bin ich seit vielen Jahren bemüht.

Der Presse ist zu entnehmen, dass Sie den Auftrag erhalten haben bestehende Konflikte abzubauen, um einen zügigen Bau der A44 zu ermöglichen. Vorgabe für Ihre Arbeit soll aber sein, dass es keine Grundsatzdiskussion über die Trasse gibt, da diese fest stehe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Ihnen unter diesen Vorgaben gelingen wird alle Klagen gegen die weiteren Planfeststellungen zu verhindern.

Das A44-Dilemma fing damit an, dass der Verlauf der A44 zwischen der damaligen Hessischen Landesregierung unter Ministerpräsident Eichel und dem Bundesverkehrsministerium unter Minister Krause als Kompromiss einer ortsnah entlang der vorhandenen Bundesstraßen zu bauenden “Regionalautobahn“ bestimmt wurde. So ist die Planung für mich keine fachliche, sondern eine politische. Herausragende Beispiele der politischen Fehlplanung: Die A44-Spitzkehre bei Wehretal, die A44 soll nicht am Kasseler Kreuz angeschlossen werden.

Bei der gesamten Planung gab es nie eine wirkliche Beteiligung der Betroffenen. Seit dem auf der höchsten politischen Ebene gefassten “Eichel/Krause-Kompromiss“ ist es die Aufgaben der Behörden die A44 wie beschlossen – ohne wenn und aber – zu bauen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Gemeindevertretung Wehretal bis heute nicht zur A44-Planung befragt wurde. Eigene Beschlüsse der Gemeindevertretung Wehretal, sowie das Ergebnis einer von der Gemeinde durchgeführten Bürgerbefragung, es wurde jeweils der Verlauf ohne Spitzkehre gefordert, wurden ignoriert. Auch der Bund der Steuerzahler fand mit dem Eintrag der A44-Spitzkehre in sein Schwarzbuch, mit dem er jährlich herausragende Objekte der Steuergeldverschwendung aufzeigt, kein Gehör.

Ich kann nicht erkennen, dass durch Ihre Beteiligung am Planverfahren die Fehler der Vergangenheit auch nur annähernd beseitigt werden sollen, was aber unbedingt nötig ist, damit die A44 endlich als Autobahn gebaut werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfhard Austen
03.12.2003