Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Verkehrsentlastung
Rosige Zeiten für den Werra-Meißner-Kreis
Wolfhard Austen reagiert mit einem Leserbrief auf den Kommentar des Chefredakteurs der Werra Rundschau, Dieter Preuß vom 23.8.2003.

Kommentar
Ein Urteil, das Freude macht
Dieter Preuß zum ermöglichten Weiterbau der A 44

Der Spruch der obersten Richter in Leipzig ist zwar noch nicht das Ende des Bangens um den von den Menschen unserer Region ersehnten Weiterbau der Autobahn 44. Aber er ist ein Urteil, das viel Freude macht. Die Reaktionen der allermeisten Politiker und der Repräsentanten aus der Wirtschaft hatte gestern etwas Befreiendes. :Es ist für die allermeisten betroffenen Bürgerinnen und }Bürger sehr wohl nachvollziehbar, wenn zum Beispiel SPD -Unterbezirks - Chef Stefan G. Reuss vom Verschwinden des Kloßes spricht, „der uns lange im Hals steckte".

Die Freude über den zumindest als Teilerfolg zu bewertenden Urteilsspruch geht einher mit der Genugtuung die sich angesichts des deutlichen Dämpfers für den BUND regt. Die Vertreter der selbst ernannten Naturschützer haben bisher in penetranter Weise mit allen juristischen Verzögerungs-Finessen gegen das derzeit lebenswichtigste Bau- und Wirtschaftsprojekt unserer Region Front gemacht. Ob sie jetzt endlich klein beigeben, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird den BUND-Leuten nun klar, dass sie mit ihrer Ablehnung gegen die berechtigten Interessen der hier lebenden Menschen handeln.

Um nicht zu ersticken im täglichen Durchgangsverkehr brauchen die Menschen in den Städten und Dörfern rechts und links der völlig überlasteten Bundes- und Landesstraßen zwischen Kassel und Eisenach schon lange die ersehnte Entlastung durch die Autobahn. Und deren rascher Bau ist auch höchst bedeutungsvoll für das wirtschaftliche Überleben unserer Region. Wenn sich die A-44-Pläne über Walburg, Wehretal und Eschwege hinaus bis hin nach Eisenach verzögern, ja womöglich ins nächste Jahrzehnt oder noch länger hinausgeschoben werden, bleibt der Wirtschaftsraum in der geographischen Mitte Deutschlands abgeschnitten von den Verkehrswegen zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd.

Das bedeutet nicht nur Verhinderung wirtschaftlichen Wachstums, sondern auch drohenden Verlust jetzt noch bestehender Arbeitsplätze. In ihrer großen Mehrheit haben das unsere Volksvertreter im Bundestag und in den Landtagen längst eingesehen und die entsprechenden Beschlüsse in demokratischen Verfahren gefasst. Und auch die Regierungen stellen die Mittel in Milliardenhöhe zur Verfügung . Gemessen an der übergroßen Zahl der Menschen, die auf die Fertigstellung der Autobahn 44 sehnlichst warten, vertreten die Verhinderer und Verzögerer eine kleine Randgruppe in Minderzahl.

Das Urteil von Leipzig ist ein wichtiger Erfolg für die Fortführung der A 44. Ihr Weiterbau ist dringend notwendig: Nicht zum Schaden der Lebensräume seltener Kleintiere, sondern in erster Linie zum Wohle der Menschen die hier leben.


Leserbrief
Nur Sonnenschein mit der A44?

Ohne Frage, dass bei Walburg die A44 weitergebaut werden darf ist mehr als in Ordnung. Auch die noch offene Entscheidung um den Verlauf nördlich von Hessisch Lichtenau darf zu keinem anderen Ergebnis führen, wäre doch dann alles was bei Walburg steht umsonst gebaut worden.

Doch an dieser Stelle darf nicht verschwiegen werden, dass die Autobahnplaner eben keine gerichtsfeste Trasse – wie immer wieder behauptet wurde – vorgelegt hatten und damit auf die Nase gefallen sind. Nun wird an der gesamten Trasse nachgebessert, was zu einer weiteren Verzögerung von über einem Jahr führt. So sollte zum Beispiel die Anhörung zum Planfeststellungsverfahren der A44 im Raum Wehretal bereits im Mai diesen Jahres gewesen sein, was sich wahrscheinlich ins nächste Jahr verschieben wird.

Weiterhin ohne Frage ist, dass unsere Region dringend mehr Arbeitsplätze braucht. Die A44 alleine ist dafür aber kein Allheilmittel! Das zeigen andere Regionen die schon lange eine Autobahn haben, ohne dass es um die dortige wirtschaftliche Situation besser bestellt ist als hier. Einen wesentlich größeren Effekt, also mehr Arbeitsplätze, würde zum Beispiel der Wegfall der Benachteiligungen in Form von Lohn- und Fördergefälle gegenüber Thüringen bringen.

Alles Schönreden hilft nichts, zum Wohle vieler der hier lebenden Menschen ist die ortsnahe Linienführung der A44 nicht! Die Entlastung der Bundesstraßenanwohner ist längst überfällig. Für diesen Personenkreis würde sie auch durch die A44 erfolgen, viele andere aber werden mit der A44 mit wesentlich mehr Belastungen als heute leben müssen. Warum kümmert man sich nicht ernsthaft um eine sofortige Entlastung der Bundesstraßenanwohner? Zum Beispiel mit einem Durchfahrtsverbot für den Schwerverkehr und ein absolutes Nachtfahrverbot mit nur wenigen Ausnahmen.

Und von Demokratie kann bei der Autobahnplanung überhaupt keine Rede sein.
Dass fernab von der Region im “Bundestag und Landtag“ über den Trassenverlauf entschieden wird ohne auf Bürgerinitiativen, Bürgerbefragung und Beschlüsse der Gemeindevertretungen einzugehen sagt doch wohl alles.

Wolfhard Austen
24.8.2003