Beteiligung der Jugend nach § 4c HGO
Theoretisch JA aber in der Praxis?
Am 24. März 2003 fand die zweite Wehretaler Gemeindevertretersitzung in diesem Jahr statt. Ein Tagesordnungspunkt lautete "Beteiligung der Jugend nach § 4c HGO (Hessische Gemeindeordnung).

§ 4c:
"Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde über die in diesem Gesetz vorgesehene Beteiligung der Einwohner hinaus geeignete Verfahren entwickeln und durchführen."

Auf Anregung der Vorsitzenden der Gemeindevertretung hatte sich der Kultur- und Sozialausschuss ohne Auftrag der Gemeindevertretung mit der Thematik befasst und dazu eine Sitzung abgehalten. Es ist schon bemerkenswert, mit welchem Selbstverständnis die Gemeindevertretung hier von der eigenen Vorsitzenden übergangen wurde.

In der Gemeindevertretersitzung am 24.3. berichtete dann der Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses über die stattgefundene Sitzung und die erarbeiteten Ergebnisse: Als Berater hatte man Herrn Holzhauer von der AWO eingeladen. Ein festes Jugendparlament sei wenig sinnvoll. Jugendliche wollen schnelle Entscheidungen ohne Formalismus und langwierige Sitzungen. Sinnvoller sei eine Beteiligung nach Bedarf. Koordinator könne die Jugendpflegerin der Gemeinde sein. Wie die Zusammenarbeit mit den Gremien der Gemeinde stattfinden soll und welche Kosten entstehen war noch offen. Die Gemeindevertretung solle mal über die Angelegenheit diskutieren(?).

Eine Debatte konnte auf Grund des dürftigen Berichtes nicht entstehen. Die Thematik soll im Ausschuss weiter behandelt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Vorsitzende der Gemeindevertretung dann endlich klipp und klar vorlegt wie sie sich die Beteiligung der Jugend vorstellt, damit der Ausschuss eine Diskussionsgrundlage hat.
25.3.2003