Der optimalste Standort?
220.000 Tonnen Stabilat auf unseren Bundesstraßen?
Wie der Presse zu entnehmen war soll die Papierfabrik SCA in Witzenhausen erklärt haben auf ihrem Gelände ein Verbrennungskraftwerk für 220.000 Tonnen Stabilat zur Erzeugung von Strom und Dampf errichten zu wollen. Neben dem Stabilat aus den Kreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner hofft man Stabilat aus weiteren Kreisen zur Verbrennung zu erhalten. Ein vorhandenes Gaskraftwerk soll bestehen bleiben um bei Stillstandzeiten des Stabilatkraftwerkes eingesetzt werden zu können. Laut Presse ist mit täglich 50 Lkw mehr durch die Stabilatverbrennung bei der SCA zu rechnen.

Die FWG-Kreistagsfraktion hat daher ergänzende Fragen zu ihrem Berichtsantrag der Kreistagssitzung am 17.3.2003: „Wie sicher ist die Restmüllentsorgung ab 2005 über die Firma Herhof?“ gestellt:

1. Im Regionalplan ist in Witzenhausen keine Müllverbrennungsanlage vorgesehen. Wie werden die Möglichkeiten gesehen, diesen entsprechend zu ändern? Mit welchen Bedingungen könnte eine Änderung verbunden sein?

2. Welche Möglichkeiten gibt es den “Mülltourismus“ auf ein Mindestmaß zu beschränken?
Für die FWG-Kreistagsfraktion sähe die beste Lösung so aus, dass Stabilatanlage, Stabilatkraftwerk und Energienutzer verkehrlich zentral und nah beieinander liegen.

3. Zur Abwägung der Standortfrage Stabilatkraftwerk bei der Papierfabrik:
Wieviel der durch die Stabilatverbrennung erzeugten Energie wird von der SCA als Dampf und Strom genutzt und wieviel Energie soll ins Stromnetz eingespeist werden?
Wie groß ist das Interesse der Stromerzeuger an Fremdstrom?

4. Mit welchem Verkehr ist insgesamt zusätzlich durch die Stabilatverbrennung zu rechnen und wie wird sich dieser auf unseren Straßen verteilen?

5. Ist den Anwohnern der Bundesstraßen eine Zunahme des Durchgangsverkehrs überhaupt noch zuzumuten?

6. Welche Möglichkeiten sieht der Kreisausschuss die verkehrliche Situation in diesem Zusammenhang zwischen Göttingen und Bad Hersfeld generell zu verbessern?

7. Welchen Einfluss wird die Stabilatverbrennung und die Zunahme des Verkehrs auf die klimatischen Verhältnisse und die Schadstoffe in der Luft im Gelster- und Werratal haben?

8. Ist die SCA bereit auch an einem anderen Standort eine Stabilatverbrennungsanlage zu errichten?
10.3.2003