Ist das Ende von Herhof eingeläutet?
Wurde im Werra-Meißner-Kreis wider besserem Wissen gehandelt?

Wo wird der Müll des Werra-Meißner-Kreises entsorgt, wenn Herhof Pleite geht?

Vorgeschichte
Ab 2005 darf Restmüll nicht mehr deponiert werden. Ab diesem Datum soll die Firma Herhof den Restmüll entsorgen. Die Firma Herhof mit Sitz im Lahn-Dill-Kreis hat mit politischer Unterstützung zur Restmüllverwertung das Trockenstabilatverfahren entwickelt.

Das Stabilatverfahren
Bei diesem Verfahren wird der angelieferte Restmüll soweit technisch möglich sortiert und getrennt. Die dabei gewonnenen Stoffe sollten verkauft werden und mit dem Erlös wollte man die Unkosten decken – also Müllentsorgung zum Nulltarif.

Probleme mit dem Verkauf der Stoffe
Für die erzeugten Stoffe wurden aus unterschiedlichsten Gründen zu wenig Abnehmer gefunden. Zum Beispiel sollten die brennbaren, zu nichts anderem verwertbare Stoffe – Stabilat genannt, in Industrieanlagen zur Befeuerung genutzt werden. Doch der Brennwert des Stabilats ist so hoch, dass davon die herkömmlichen Öfen zerstört werden. Der Schadstoffanteil setzt entsprechende Filteranlagen voraus. Und andere auf dem Markt angebotene Brennstoffe sind preiswerter zu bekommen.
Folglich hat Herhof bis zum heutigen Tage nicht genügend Abnehmer für seine Stoffe gefunden. Von dem ursprünglichen Gedanken eine Müllentsorgung zum Nulltarif anbieten zu können ist man schon lange abgewichen, um die Stoffpreise senken zu können. Doch das hat auch nichts gebracht.
Man schreibt Verluste in Millionenhöhe!

Finanzieller Rückhalt durch die EAM
Ein Partner der Fa. Herhof ist die Energie Aktiengesellschaft Mitteldeutschland, besser bekannt mit dem Kürzel EAM, die bis zum vergangenen Sommer mehrheitlich in kommunalpolitischer Hand war und Anteilseigner der Herhofgruppe bis zu 50 % war. Der Münchener Energieversorger Eon erwarb 2002 im Sommer 73 % der EAM-Anteile, z.B. von den Kreisen. Auch der Werra-Meißner-Kreis hat Anteile verkauft.

In einer rechtlichen Sonderprüfung stellte der neue Anteilsinhaber Eon nun dubiose Dinge fest.
So sollte laut einem Vorstandsbeschluss der EAM vom Dezember 1999 die Zusammenarbeit mit der Herhof-Gruppe beendet werden, was nicht geschah!!!
Mitlerweile hat sich die EAM aus bereits begonnenen Projekten bei Trier und Osnabrück zurückgezogen!!!

Im Januar 2001 entscheidet sich der Kreistag für Herhof
Landrat Brosey gehörte vor dem Eon-Anteilskauf dem EAM-Beirat an. Wusste er nichts von dem Vorstandsbeschluss, dass sich die EAM von Herhof trennen soll? Wenn sich die EAM schon Ende 1999 von Herhof trennen sollte, warum hat man im Werra-Meißner-Kreis Anfang 2001 noch auf diese Firma gesetzt und ihr die Restmüllverwertung ab 2005 übertragen?

Eins ist heute schon sicher – Auf Herhof rollt eine gewaltige Lawine zu. Die Unterstützung der Poltik über die EAM gibt es so gut wie nicht mehr. Die Entsorgung des Restmülls aus dem Werra-Meißner-Kreis durch Herhof ab 2005 wird immer fraglicher.
Die FWG wird das Thema Herhof/EAM in den Kreistag einbringen. Die nächste Kreistagssitzung ist am 17. März 2003.

18.01.2003