Jahresrücblick 2002
Januar

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Werra Meissner reduziert die Zahl der Mindestleerungen beim Rest- auf 6 Leerungen und Bio-Müll auf 9 Leerungen.
Eine der 6 Restmülltonnenleerung kostet also rund 15 EURO!!!

Der EURO löst die DM ab. 1 Euro = 1,95583 DM. Weil sich mit der Wähurungsumstellung vieles verteuert entsteht schnell der Begriff TEURO.

Februar

Ein durch die Gemeinde Wehretal eigenmächtig versetztes Ortsschild wurde von der Verkehrsbehörde des Werra-Meißner-Kreises wieder zurück gesetzt. Weil es keine Einigung gab, wurde die Angelegenheit an den Petitionssausschuss des Landtages weitergeleitet.

Die FWG Wehretal rügt die Ausweisung eines gemeinsamen riesigen Gewerbegebietes von Eschwege und Wehretal zwischen Reichensachsen und Oberhone. Das Gewerbegebiet und deren Immobilien bei Hoheneiche liegen brach. Es ist bei Bedarf erweiterbar. Die Schaffung eines neuen Gewerbegebietes ist Steuergeldverschwendung.

März

Der Kreistag beschließt die Angliederung der Psychiatrischen Klinik vom Meißner an das Kreiskrankenhaus Eschwege. Dazu muss ein Neubau errichtet werden. Was mit der Immobilie am Meißner wird bleibt offen. Die FWG-Kreistagsfraktion lehnt die Verlagerung ab, weil sie Verschlechterungen für die Patienten und zu hohe Kosten befürchtet, die sich volkswirtschaftlich gesehen nie rechnen werden.

In Köln fliegt eine Schmiergeldaffäre der SPD um Müll und Millionen auf. Wenn es um Müll geht wird auf unterster politischer Ebene über riesige Investitionen entschieden. Das Dankeschön in Köln wurde zum bundesweiten Skandal.

April

Des Eschweger Ferienparadies am See soll in unmittelbarer Nähe des Erholungszentrums des Werra-Meißner-Kreises entstehen. Die FWG-Kreistagsfraktion fragt nach ob es eine gemeinsame Strategie gibt.

Nach einer Artikelserie des ehemaligen Chefredakteurs der Werra Rundschau Frank Jungbluth über den Eschweger NS-Bürgermeister Dr. Alexander Beuermann trennen sich die Wege des Redakteurs und der Zeitung.

Mai

17.5.2002: Ein schwarzer Tag für Nordhessen, für unseren Kreis und die Anwohner der Bundesstraßen 7/27/400: Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau der A44 bei Hessisch Lichtenau vorläufig gestoppt!

Der Werra-Meißner-Kreis verkauft wie andere Kreise auch einen Teil seiner EAM-Anteile und kann mit dem Erlös die Verschuldung beseitigen.

Juni

Deutschland hats geschafft. Wenigstens bei der Fußballweltmeisterschaft. Was niemand erwartet hatte, die Mannen um Rudi Völler wurden Vize-Weltmeister.
Dafür erhalten wir in einem eigentlich viel wichtigeren Bereich die Rote Laterne: Die Pisa-Studie entlarvt das desolate Niveau an deutschen Schulen.

Dem Schwerverkehr durch den Werra-Meißner-Kreis ist weder durch ein verschärftes Nachtfahrverbot noch durch Umleitung auf die Autobahn beizukommen. Dazu müssten Gesetze geändert werden und das würde länger dauern als der Bau der A44, auch weil dazu kaum Aussicht auf Erfolg bestehen würde. Das erfährt die FWG-Kreistagsfraktion auf Anfrage in einer Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Verkehr.

Juli

Die Zuschüsse an den Werra-Meißner-Kreis für die Dorferneuerung und ländliche Regionalentwicklung sind stark rückläufig. Für die FWG eine Folge der leeren öffentlichen Kassen:
Die Finanzierungspolitik der öffentlichen Hand befindet sich in einem Teufelskreis. Jahrzehntelange Misswirtschaft hat die Schuldenberge gigantisch anwachsen lassen. An der Ausgabenpolitik wird trotzdem zu wenig geändert - die Schulden werden immer mehr.

Zwei glücklose dürfen gehen: Bundesverteidigungsminister Rudolf Sharping und Telekom-Chef Ron Sommer.

August:

Der Bund der Steuerzahler rügt in seiner Zeitschrift DER STEUERZAHLER Steuergeldverschwendung in der Gemeinde Wehretal. Für den Fahrradtourismus wurden Ende 2000 aus Fördermitteln bezahlte Fahrradabstellboxen an die Gemeinde geliefert, die auf dem Bauhof landeten und nicht aufgestellt wurden.

Die Bürgerinitiative "Bürger für eine leistungsgerechte Müllgebühr" hatte zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion in die Stadthalle nach Eschwege eingeladen.
Der Tenor des Abends lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen:
Die Müllgebühren werden weiter drastisch steigen.
Die Politik war–, ist– und wird nicht willig sein dies zu ändern.

September

Wanfried erhöht die Abwassergebühren um 1 EURO auf 4,10 EURO.
Ab 1. Oktober diesen Jahres müssen für den Kubikmeter Abwasser 3,60 Euro bezahlt werden, 50 Cent mehr als bisher. Jeweils ab 1. Oktober 2004 und 2005 werden weitere 25 Cent mehr erhoben.

Deutschland hat gewählt. Mit nur 6027 Zweitstimmen mehr hat die SPD die Nase vorn, Schröder bleibt Kanzler. Nur 5 Tage nach der Bundestagswahl erklärte die Riege der SPD-Ministerpräsidenten die Ära immerwährender Steuersenkungen für beendet und machte sich für die Wiederbelebung der Vermögensteuer und die Erhöhung der Erbschaftsteuer stark. Gleichzeitig kursierten Nachrichten über eine Anhebung der Tabaksteuer und die Einführung der Flugbenzinsteuer. SPD und Grüne müssen sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, all dies hätten sie den Bürgern bis zum Wahltag verschleiert. Aber das ist ja nichts Neues!

Oktober

Die Wehretaler SPD/FDP-Koalition verhindert eine Klage der Gemeinde gegen die A44-Spitzkehre und handelt damit entgegen dem Ergebnis einer Bürgerbefragung und dem Ergebnis eines Bürgerbegehrens. Arroganter kann Politik nicht sein.

Der Abfallzweckverband zieht Bilanz: Nach 21 Monaten könne man sagen, dass Ident-System habe sich fast durchweg bewährt. Die Bürger haben es angenommen. Die FWG sagt dazu: Wie kann ein System funktionieren, wenn ein Großteil der Bürger nur die Mindestzahl der Leerungen in Anspruch nimmt?

November

Die Landes-SPD kündigt an im Falle eines Wahlsieges Regionalparlamente auf Regierungspräsidiumsebene einführen zu wollen. Die FWG verwehrt sich dagegen: Nicht noch mehr Staat und Bürokratie!

In Wehretal bildet sich die Gemeinschaft „Keine A44-Spitzkehre“. Die Gemeinschaft will klageberechtigte Grundstückseigentümer unterstützen.

Dezember

Der Kreistag beschließt die Erhöhung der Gebühren der kreiseigenen Mülldeponie auf 196,00 EURO je Tonne angelieferten Restmülls.

Das Rostocker Landgericht hat den ehemaligen Bundesverkehrsminister am Montag wegen Betrugs, Untreue und versuchter Steuerhinterziehung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.
Krause und der damalige Hessische Ministerpräsident und heutige Bundesfinanzminister Eichel legten 1994 mit einem Kompromiss den Grundstein für den ortsnahen Bau der A44 zwischen Kassel und Eisenach als Regionalautobahn mit der umstrittenen A44-Spitzkehre im Bereich der Gemeinde Wehretal.
Es liegt auf der Hand, dass Krause schon 1994 alles andere im Kopf hatte als die Interessen des Bundes bei der Planung der A44 zu vertreten und den Bau einer richtigen A44 zu bestimmen, anstatt der damaligen Hessischen Rot/Grünen-Landesregierung den Bau einer besseren Bundesstraße zu genehmigen.