Logistikparks nicht um jeden Preis!
Pressemitteilung der FWG Nordhessen vom 7.12.2002:

Offener Brief an Herrn Holger Schach,
Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH
Kurfürstenstraße 9
34117 Kassel
per Telefax: 0561/9706222


(Lachnummer) Gazeley Park


Sehr geehrter Herr Schach,

die FWG Nordhessen ist eine Arbeitsgemeinschaft der bei Kommunalwahlen sehr erfolgreichen Freien Wähler der Kreise und der kreisfreien Stadt Kassel des Regierungsbezirkes Kassel. Wir sind in der Regionalversammlung mit zwei Sitzen vertreten. Auf kommunaler Ebene stellen die Wählergemeinschaften die drittstärkste politische Kraft in Hessen. Die FWG Nordhessen ist das Sprachrohr Freier Wähler für die Region.

Die Wirtschaftsförderung unserer arg gebeutelten Region ist uns ein großes Anliegen. Wir haben daher auch die Bildung des Regionalmanagementes Nordhessen begrüßt und unterstützt. Die Geschehnisse um die Bemühungen des Gazeley Konzerns zur Errichtung von Logistikparks in unserer Region führten zu unserem Schreiben an Sie.

Wie kann es sein, dass der Konzern, nachdem er im nördlichen Werra-Meißner-Kreis sein Ziel nicht erreicht hat, innerhalb weniger Wochen ankündigt nun bei Fuldabrück einen Logistik-Park errichten zu wollen, gleichzeitig aber an einer Ansiedlung im Bereich der A7/A38 festhalten will?
Dass der Konzern bei Fuldabrück bereits zehn Hektar Fläche erworben haben will beweist, dass er dort schon länger akquiriert. Es entsteht der Eindruck, dass der Konzern hier machen kann was er will. Zum Schaden auch des Regionalmanagementes, denn das alles hat mit einer strategischen Wirtschaftsförderung der Region Nordhessen nichts zu tun.
Auch deshalb nicht, weil es nicht sein kann, dass die Filetstücke unserer Gewerbeflächen mehr und mehr an Logistikparks mit nur wenigen gut bezahlten Arbeitsplätzen vergeben werden und nicht wenigstens teilweise für produzierendes Gewerbe vorgehalten werden, welches in der Regel ein besseres Lohnniveau für mehr Mitarbeiter auf wesentlich weniger Fläche bietet und obendrein mehr Steuereinnahmen für die Städte und Gemeinden bringt. Ganz abgesehen von den damit zu oft verbundenen Verlusten hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen für Lagerhallen und der weiteren Zunahme des Schwerverkehrs auf unseren Straßen.

Die Wirtschaftsförderung unserer Region ist uns ein großes Anliegen. Wir stehen Ihnen gerne zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung und verbleiben mit
freundlichen Grüßen


Willi Werner (Sprecher der FWG Nordhessen) Wolfhard Austen (Pressesprecher)
7.12.2002