(Vorerst) Keine Gebührensteigerung
Die Müllgebühren des Abfallzweckverbandes sollen nun doch nicht steigen. Im unteren Bereich dieser Seite finden Sie dazu einen Artikel aus der Witzenhäuser Allgemeinen vom 23.10.2002.

In der heutigen Werra Rundschau zieht der Vorsitzende des Abfallzweckverbandes eine positive Bilanz: "Nach 21 Monaten könne man sagen, dass Idents-System habe sich fast durchweg bewährt. Die Bürger haben es angenommen."

Wir fragen uns, wie diese Bilanz zustande gekommen ist. Dass die Bürger so wenig Tonnen wie möglich leeren lassen, bedeutet nicht, dass die Bürger das System angenommen haben!
Durch den Anschluss- und Benutzerzwang sind die Bürger zwangsverpflichtet und müssen, ob sie wollen oder nicht, ihren Müll über den Zweckverband für teures Geld entsorgen lassen (Wenn man im Restmüllbereich seine Tonne nur sechsmal leeren lässt kostet das einmalige leeren rund 15 EURO!!!!!)!
Man sollte wirklich mal drüber nachdenken, inwieweit der Anschluss- und Benutzerzwang im Zeitalter von zunehmenden Filz, Korruption und Amtsmissbrauch noch gerechtfertigt ist.
Darüber hinaus steht fest, dass Leistungen von Monopolen überteuert zu bezahlen sind.
Das viele nur die Mindestzahl von Leerungen in Anspruch nehmen zeigt deutlich, dass ihnen die Gebühren des Abfallzweckverbandes zu hoch sind und dass sie das Ident-System eigentlich ablehnen, weil Sie zum Beispiel auch aus hygienischen Gründen die Möglichkeit zusätzlicher Leerungen nicht nutzen.

Dass das Ident-System 2Personen Häusern im Bio-Müll Bereich auch mit der geringen Zahl von neun Pflichtleerungen teurer kommt als das alte pauschale System mit 26 Leerungen zeigt nachfolgende Grafik. Ein 4Personen Haus kann zwar im Vergleich zu vorher Gebühren sparen, wenn es im Jahr nur neunmal leeren lässt, aber ab der 16. Leerung wirds auch für diese Häuser teurer als vorher.



Wir bleiben im wesentlichen bei unserer Pressemitteilung von gestern:

Ident-System muss sich rechnen


Als das System zum Gebühren sparen hat der ZVA das Ident-System angepriesen. Die Bürger nehmen ihn beim Wort und lassen so wenig Tonnen wie möglich leeren und füllen diese besser.

Der Standard der 14tägigen Leerung, die kaum noch jemand in Anspruch nimmt, verursacht Kosten, die nicht sein müssten. Der Rückgang der Müllmengen führt zum Anstieg der Deponiegebühren.

Nach fast zwei Jahren Praxis ist festzustellen, dass sich das Ident-System für den Bürger nicht rechnet. Der Bürger hat trotz deutlich geringerer Leistungen so gut wie keinen finanziellen Vorteil. Das Ident-System hat dazu beigetragen, dass die Deponiegebühren erhöht werden müssen. Im Bio-Müll-Bereich verursachen die langen Tonnenstandzeiten immer mehr hygienische Probleme. Der Verwaltungsapparat des ZVA wurde aufgebläht.

Die Bürger haben gezeigt, wie man Kosten sparen kann. Nun ist der ZVA am Zug, das Ident-System den Bedürfnissen anzupassen und die Fixkosten zu reduzieren, damit sich das System endlich rechnet.

Witzenhäuser Allgemeine vom 23.10.2002:

„Kein Anlass für eine Diskussion über Gebührenerhöhungen"
Abfallzweckverband hat 600 000 Euro Rücklagen

WERRA-MEISSNER-KREIS.

Keinerlei Aussagen oder Andeutungen zu bevorstehenden Gebührenerhöhungen hat der Vorsitzende des Zweckverbands Abfallwirtschaft, Adolf Fritz, in seinem jüngsten Vorstandsbericht gemacht. Das betont er in einer Reaktion auf unseren gestrigen Bericht „Müllabfuhr des AZV wird teurer". In einer Pressemitteilung schreibt Fritz, dass der Zweckverband ganz im Gegenteil über eine Gebührenausgleichsrücklage verfüge, die rund 600 000 Euro betrage. Das gehe aus dem Nachtragshaushalt 2002 hervor, den er in derselben Sitzung eingebracht habe, in der er den Vorstandsbericht abgab. Fritz: „Es besteht daher kein Anlass, zurzeit eine Diskussion über Gebührenerhöhungen zu frühen. "

Weiter schreibt Fritz, dass er zwar auf die Anpassung der Entsorgerentgelte und daraus resultierende Nachzahlungen sowie auf eine vorgesehene Erhöhung der Deponiegebühren hingewiesen habe, dies seien aber keine neuen oder gar überraschenden Erkenntnisse. Bereits im Haushalt 2002 sei Geld für die Nachzahlungen an Entsorger bereitgestellt worden. Der Haushalt 2003 werde darüber hinaus die höheren Deponiegebühren berücksichtigen. (RED)
23.10.2002