Sparwillen der Bürger nicht kalkuliert!
Die Müllgebühren des Abfallzweckverbandes sollen steigen. Im unteren Bereich dieser Seite finden Sie dazu einen Artikel aus der Witzenhäuser Allgemeinen vom 22.10.2002.
Unsere Pressemitteilung dazu:

Ident-System muss sich rechnen


Als das System zum Gebühren sparen hat der ZVA das Ident-System angepriesen. Die Bürger nehmen ihn beim Wort und lassen so wenig Tonnen wie möglich leeren und füllen diese besser.

Der Standard der 14tägigen Leerung, die kaum noch jemand in Anspruch nimmt, verursacht Kosten, die nicht sein müssten. Der Rückgang der Müllmengen führt zum Anstieg der Deponiegebühren, was auf die Gebührenzahler umgelegt werden muss. Die Folge: Eine erneute Gebührenerhöhung wird angekündigt!

Nach fast zwei Jahren Praxis ist festzustellen, dass sich das Ident-System nicht rechnet. Der Bürger hat trotz deutlich geringerer Leistungen so gut wie keinen finanziellen Vorteil. Das Ident-System hat dazu beigetragen, dass die Deponiegebühren erhöht werden müssen. Im Bio-Müll-Bereich verursachen die langen Tonnenstandzeiten immer mehr hygienische Probleme. Der Verwaltungsapparat des ZVA wurde aufgebläht.

Die Bürger haben gezeigt, wie man Kosten sparen kann. Nun ist der ZVA am Zug, das Ident-System den Bedürfnissen anzupassen und die Fixkosten zu reduzieren, damit sich das System endlich rechnet.
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Aus der Witzenhäuser Allgemeinen vom 22.10.2002:

Müllabfuhr des AZV wird teurer

Zweckverbandsvorsitzender Adolf Fritz machte entsprechende Andeutungen

WERRA-MEISSNER-KREIS.

Die Gebühren für die Müllabfuhr im Werra-Meißner-Kreis, zumindest konkret im Zuständigkeitsbereich des Abfallzweckverbandes (AZV), werden demnächst steigen. Das kündigte verklausuliert AZV-Chef Adolf Fritz in seinem Vorstandsbericht in der Verbandsversammlung am Freitag in Meinhard-Grebendorf an.

Fritz sprach von einer „Anpassung der Entsorgerentgelte" bei der Abfuhr von Restund Sperrmüll sowie Bioabfall. Die notwendigen Kosten hätten sich nicht im gleichen Verhältnis mit dem Rückgang der eingesammelten Abfallmengen durch das Ident-System, bis zu 40 Prozent immerhin, reduziert. Beispielsweise seien genauso viele Sammelfahrzeuge im Einsatz, auch die Fahrstrecke beim Einsammeln bleibe gleich.

Als Vorabergebnis eines Gutachtens steht laut Fritz bereits fest, dass die entstandenen Kosten höher liegen als die gezahlten Entgelte. Das heißt also, der Verband muss für 2001 und 2002 und wohl auch für das nächste Jahr an die beauftragten .Unternehmen Nachzahlungen leisten.

Neben den Nachzahlungen für 2001 und 2002 drücken demnächst höhere Deponiegebühren, womit der Kreistag am Freitag konfrontiert wird und die erwarteten geringeren eingenommenen Gebühren in diesem Jahr auf die Gerbührensituation insgesamt.

FÜr 2003 rechnet Fritz sogar mit einem so genannten Doppeleffekt: Zum einen müssen bei den Jahresendabrechnungen Rückzahlungen erstattet werden, die aus den Vorausleistungen resultieren. Zum anderen werden für das laufende Jahr geringere Vorausleistungen festgesetzt.

Zahlen nannte Adolf Fritz Überhaupt nicht. Näheres soll im Haushaltsentwurf 2003 deutlich werden. Der wird der Verbandsversammlung im November vorgelegt.

Positive Bilanz des Ident-Svstems

Außerdem erklärte Fritz im Rahmen seines Berichtes, das Ident-System habe sich aus Sicht des Vorstandes „gut bewährt". Nach 21 Monaten Erfahrung mit dem System lasse sich „fast durchweg eine positive Bilanz ziehen". Die Bürger hätten das System angenommen, die Änderungen zu Beginn des Jahres 2002 hätten

zu weiteren Entlastungen beim Gebührenzahler geführt. Die Anzahl der Entleerungen sei nochmals deutlich gesunken, nicht aber die Menge des Abfalls. Dies lasse auf ein stärkeres Füllen der Behälter oder Verdichten der Abfälle schließen.

Zum Einsammeln des Bio-abfalls merkte Fritz an, dass viel mehr Restmüll und andere so genannte Fremd- oder Störstoffe in die Biotonne geworfen würden als früher.. Als Anteil nannte er rund zehn Prozent des Gewichts. Die Folge: Erhebliche Mehrkosten, da die Störstoffe nach Weidenhausen zurückgebracht und dort als Restmüll deponiert werden müssen. Der AZV-Chef kündigte stärkere Kontrollen beim Einsammeln und entsprechende verstärkte Aufklärungsarbeit an. (SFF)

22.10.2002