Zweifel an der Politik der Grünen
In einem Artikel der Witzenhäuser Allgemeinen vom 5.7.2002 kritisiern die Grünen des Werra-Meißner-Kreises den Beginn des Tunnelbaus der A44.
Den Artikel,
den Kommentar der Witzenhäuser Allgemeinen und
unsere Pressemitteilung dazu:

Grüne: Bau steht auf wackligem Grund
Kreistagsfraktion kritisiert Beginn des Tunnelbaus für die A 44

WALBURG.. Als äußerst problematisch und wirtschaftlich nicht vertretbar hat die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen den Beginn des Tunnelbaus für die Autobahn 44 bei Walburg bezeichnet (wir berichteten gestern darüber) . Nach dem Baustopp durch den Spruch des Bundesverwaltungsgerichts sei keineswegs sicher, ob die A 44 tatsächlich weiterhin so gebaut werden könne, wie die Planer dies ursprünglich vorgesehen haben.

„Jetzt auf Biegen und Brechen Fakten in Beton und Asphalt schaffen zu wollen, ist kein Beweis besonderer Weitsicht", erklärte Fraktionsvorsitzende Sigrid Erfurth (Neu-Eichenberg). Zumindest sollte die schriftliche Urteilsbegründung abgewartet werden, um eine rechtliche Abschätzung vornehmen zu können. Sollten sich daraus Aspekte ergeben, die auf eine mögliche Veränderung der Trasse hindeuten, dürften keine weiteren Steuergelder in den Bau fließen. Wörtlich. „Hier wird auf schwankendem Grund gebaut. " Wenn die Entscheidung des Gerichts zu Korrekturen zwinge, werde das Heulen wieder groß sein.

Logische Konsequenz wäre, erst zu bauen, wenn Rechtssicherheit besteht. Die Grünen bezweifeln, dass es in der Region eine einhellige Zustimmung, zum Autobahnbau gebe, wie immer suggeriert werde.

Die Anwohner in Velmeden könnten nicht begeistert von der, Aussicht sein, dass in ihrer Ortslage der Verkehr nach den Prognosen von bisher 5400 Fahrzeugen auf 8200 Fahrzeuge pro Tag, ansteigen wird. Eine Ortsumfahrung soll es aber nach Aussagen der Straßenplaner nicht, geben.

Gefahren sieht Sigrid Erfurth, durch die A 44 aber auch für, vorhandene Betriebe die von ihrer jetzigen Lage an der Bundesstraße 7 profitieren. Hier seien, Arbeitsplatzverluste zu befürchten. (K)



Kommentar
Wenn Sie mich fragen ...
Fragwürdige Position
von Werner Keller

Dann könnte man meinen, Bündnis 90/Die Grünen wünschten den Erbauern der Autobahn 44 geradezu den Misserfolg. Ihre kritische Haltung zu der neuen Piste ist bekannt, ihre Stellungnahme zum Weiterbau im Raum Walburg daher folgerichtig.

Verschwiegen wird, dass sich der Baustopp nicht auf den Bereich Walburg, sondern den nördlich von Hess. Lichtenau bezieht. Insoweit kann die Öko-Partei eine Unterbrechung aller Arbeiten unter volkswirtschaftlichen Aspekten nicht wollen. Denn davon hängen Hunderte von Existenzen ab.

Die Grünen haben jedoch das Augenmerk auf ein anderes Problem gelenkt, das bisher unterbelichtet war: die Auswirkungen der Autobahn auf das nachgeordnete Straßennetz.

In der Planungsphase ging es immer nur um die Linienführung und die erforderlichen Anschlüsse, weniger darum wie sich die Piste z.B. auf die Verbindung in Richtung Witzenhausen auswirkt. Auf die Anwohner der Ortsdurchfahrten in Hundelshausen, Trubenhausen, Uengsterode und Velmeden rollt was zu. Und das ist ganz wörtlich zu nehmen.



Dazu die
Pressemitteilung von Wolfhard Austen
Grüne mitverantwortlich für A44-Trasse


Dass heutige lamentieren der Grünen Kreistagsfraktion über die negativen Folgen der ortsnahen “Regionalautobahn“ bei Hessisch-Lichtenau für die umliegenden Orte und die Betriebe entlang der A44, werte ich als zu späte Einsicht für eine falsche grüne Politik in Hessen und im Werra-Meißner-Kreis.
Den Grundstein für den heutigen Trassenverlauf legte die damalige Landesregierung die aus einer Koalition von SPD und Grünen bestand. Die Grünen haben die Entscheidung mitgetragen, weil Sie einen Koalitionsbruch und den damit verbundenen Machtverlust nicht wollten.
Auch die Grünen des Werra-Meißner-Kreises haben dabei mitgemacht. In einem Gespräch bat ich damals Grüne Kreispolitiker um Unterstützung, damit die A44 nicht wie eine bessere Bundesstraße, eben mit negativen Folgen für Anwohner und Betriebe, so ortsnah gebaut wird. Leider ohne Erfolg.
Heute beklagen die Grünen des Werra-Meißner-Kreises die Folgen der von ihnen einst mitgetragenen Trasse. Für den Raum Hessisch-Lichtenau kommt die Einsicht der Grünen zu spät. Bei Walburg muss weitergebaut werden, damit, egal wie dass Bundesverwaltungsgericht entscheidet, wenigsten die Anwohner der B7 in Walburg in absehbarer Zeit vom menschenverachtenden Durchgangsverkehr befreit werden. Wenn nicht mit der A44, dann wenigsten mit einer sehr teuren Ortsumgehung.
Niemand kann sagen, wie es mit der A44 weitergeht, wenn dass Bundesverwaltungsgericht den Verlauf der A44 nördlich von Hessisch-Lichtenau untersagen sollte.
Wenn die Grünen wirklich Zweifel an der heutigen A44-Planung haben, sollten sie prüfen, ob sie ihren Koalitionspartner in der Bundesregierung nicht dazu bewegen, dass die A44 in Kassel am Kasseler Kreuz angeschlossen wird und die A44-Spitzkehre bei Wehretal durch die um fünf Kilometer kürzere Diagonale ersetzt wird. Für Änderungen der Planung an diesen Stellen ist es noch nicht zu spät.