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Pressemitteilung
Gewerbegebiet Eschwege-Wehretal: Planungen zu früh und überflüssig!


Der wirtschaftliche Niedergang unserer Region ist für viele der noch hier lebenden Menschen tägliches Thema. Unsere Jugend verlässt in großen Scharen die Region. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger und der Arbeitslosen steigt beständig. Viele arbeiten, weil es nichts anderes gibt, in “630 DM Jobs“. In dieser scheinbar ausweglosen Situation ist die Planung eines gemeinsamen Gewerbegebietes von Eschwege und Wehretal in zukünftiger Autobahnnähe auf den ersten Blick ein Strohhalm, nach dem man greifen sollte.

Schaut man jedoch genauer hin, verliert dieses Projekt schnell an Glanz und erscheint in einem ganz anderen Licht:
Anfragen zum Gewerbegebiet werden in der Wehretaler Gemeindevertretung nicht beantwortet.
Das Parlament wurde weder ordentlich über die Planungen informiert, noch dazu befragt.
Der Landesrechnungshof rügte erst im letzten Jahr die Investitionen von Eschwege (fast 4 Millionen DM) in überdimensionierte und zu gering ausgelastete Gewerbegebiete.
Obwohl die Planungen für das Eschweger und Wehretaler Gewerbegebiet seit mehr als einem Jahr bekannt sind, gibt es keine ernsthafte Nachfrage zwecks Ansiedlung.
Das Förder- und Lohngefälle zu Thüringen, wesentliche Faktoren für unsere wirtschaftliche Lage, wird tatenlos hingenommen.
Die Wehretaler Bürger und die Gemeindevertretung fordern den Bau der A44 südlich von Wehretal. Erst nach der Planfeststellung und nach den zu erwartenden Klageverfahren, wird man in etwa zwei bis drei Jahren wissen, wo die Autobahn lang geht. Was soll also zum heutigen Zeitpunkt die Steuergelder verschlingende Planung eines “autobahnnahen“ Gewerbegebietes zwischen Reichensachsen und Eschwege?
Bei den Planungen der A44-Spitzkehre und dem vierspurigem Zubringer von der zukünftigen Nordumgehung Reichensachsens wird ignoriert, dass für eine ordentliche Planung im Wehretal nicht genug Platz ist. Die Auf- und Abfahrt bei Oetmannshausen ist nur einseitig, von Norden her, möglich. Kommt man von der Autobahn, kann man nicht auf direktem Weg in Richtung Vierbach fahren.

Von verantwortungsvollem Handeln und demokratischem Fingerspitzengefühl kann daher weder bei der Autobahnplanung noch bei der Planung des Gewerbegebietes die Rede sein.
Die Planspiele für das Gewerbegebiet erfolgen zu früh und sind eigentlich überflüssig, weil ein in jedem Fall “autobahnnahes“ Gewerbegebiet, was zusätzlich eine wesentlich geringere Hochwasserproblematik aufweist, in Wehretal schon heute zur Verfügung steht. Das Industriegebiet südlich von Hoheneiche schmachtet vor sich hin und ist bei Bedarf auch schnell erweiterbar.